09.03.2013

23 kg

Heute verkaufte ich 72 Bücher, die praktisch mein gesamtes Studium beinhalten. Die, die ich für die Bachelorarbeit benötige behalte ich, alles andere muss weg. Ich schäme mich ein wenig. Unter den Exemplaren waren einige bei denen ich mich weder daran erinnern konnte wie sie in meinen Besitz gelangt sind, noch wie der Inhalt lautet. Nur einige Beispiele:
  • DAAD-Studienführer Kanada 
  • Sag es treffender: Ein Handbuch mit über 57 000 Verweisen auf sinnverwandte Wörter und Ausdrücke für den täglichen Gebrauch, A. M. Textor 
  • Das Reclam Universal-Notizbuch 
  • Eine Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten, Dietmar Wischmeyer
  •  Kunstgeschichten im 20. Jahrhundert: Von Bildern und Künstlern im 20. Jahrhundert, Werner Spieß 
 Und schließlich:
  • Easy style: Stricken für Einsteigerinnen: Modelle - Strickschule – Tipps 
Außerdem wanderte ein großer, blauer Müllsack mit ausrangierten Klamotten in den Container. (Ihr wollte keine Beispiele der kuriosesten Funde.) Ich schäme mich ein bisschen. Vor einem Jahr nahm ich genau 23 Kilogramm Dinge mit nach England. Nach 10 Monaten nahm ich exakt 23 Kilogramm wieder mit nach Deutschland. 23. Mehr brauchte ich nicht. Ich vermisste nichts und ich vermisse auch jetzt, minus 72 Bücher, minus 5 Kilo Textilien, überhaupt gar nichts. Ich schäme mich. Ich schäme mich dafür, dass ich soviel besitze, das ich nicht brauche. Ich finde es furchtbar, mir den Gegenwert von 10 H&M T-shirts vorzustellen die ich kaufte, weil sie so günstig waren. Kürzlich kaufte ich zwei Garnituren Ikea-Bettwäsche, weil ich mich nicht für eine entscheiden konnte. 23, Christina. DREIUNDZWANZIG!
Einsicht ist... naja ihr wisst schon.

07.03.2013

Das Ende einer Ära

„Christina, wieso willst du für die letzten vier Monate deines Studiums noch umziehen?“, musste ich mich von Familie und Freunden in den letzten Tagen öfters fragen lassen. Mit Chrissi und Steffen hatte ich schließlich die wunderbarste Mitbewohner-Konstellation, die ich mir wünschen konnte. Wir tranken gelegentlich zusammen einen Tee, aßen zu Abend und redeten über Gott und die Welt, ohne das diese Aktionen jemals zur „Pflicht“ wurden. Wir haben die gleiche Definition von Sauberkeit und auch was große und kleine Anschaffungen anging, haben wir alles stets gemeinsam gemeistert. Wir haben uns zusammen über die doofen Nachbarn aufgeregt. (Ein Kleinkrieg, der schließlich beigelegt wurde, nachdem die Hausverwalterin ein Machtwort gesprochen hatte.)
Nun. Vor wenigen Wochen dann, kam eines zum anderen: Mein Mitbewohner fand eine tolle, neue Arbeitsstelle in einer anderen Stadt, die Mitbewohnerfrau fand einen Job am anderen Ende von Jena. Nachdem klar war, das meine Lieblings-WG in Auflösung begriffen war, lies ich mich auf die Warteliste des Studentenwerks für eine eigene 1-Raum-Wohnung setzen. Mir wurde nicht viel Hoffnung gemacht, da „aus diesen Wohnungen kaum jemand auszieht“, hieß es noch vor drei Wochen mit einem entschuldigenden Lächeln. Am letzten Freitag erhielt ich überraschend die Zusage für besagte Wohnung und kündigte das beste WG-Zimmer der Welt nur Stunden später.



08.02.2013

Meine (unerfüllten) Lebensträume

Ich spreche viel zu oft darüber, wie gut es mir geht. Nein. Es ist nicht alles gut. Bäm! Die meisten meiner Lebensträume werden sich niemals erfüllen. Das sind sie (von realistisch zu unrealistisch):

1. Ich möchte wieder am Meer leben. Ich hätte vor einigen Monaten niemals gedacht, dass ich es jemals vermissen würde von Möwengeschrei geweckt zu werden, aber so ist es.

2. Ich wünsche mir schon seit Jahren eine Katze, aber leider lässt das mein momentaner Lebensstil (und mein Mietvertrag) nicht zu. Manchmal besuche ich Internetseiten von Tierheimen und sehe mir die verwaisten Miezekätzchen an, bis ich heulen muss. Solange muss ich mit dem Familienhund kuscheln, wenn ich zu Besuch bei meinen Eltern bin, aber das ist nicht dasselbe.

3. Käse, Berge, unermesslicher Wohlstand, idyllische Landschaften, bärtige Männer: Ich werde wahrscheinlich niemals in die Schweiz reisen, weil ich nämlich viel zu viel Angst hätte, dass es dort gar nicht so großartig ist, wie ich es mir vorstelle.

4. Viel wichtiger, als Übersetzerin zu werden wäre mir, dass alle Menschen super gut Englisch können. Allerdings sind für den Job als Lehrkraft andere Menschen eindeutig besser geeignet als ich.

5. Ich träume davon irgendwann ein Geschäft aufzumachen das nur Dinge verkauft die ich mag. Ich mag viele Dinge: Blumen, Retro-Videospiele, Whisky, Käse, Weichspüler und Kissenhüllen mit Rosenstickerei. Das mit dem Businessplan dürfte schwierig werden.

07.01.2013

Erkältung. Ein Selbstversuch.

Schon seit einer ganzen Weile schleppe ich eine fiese Erkältung mit mir herum. Die Silvesternacht fordert ihr Tribut. Da meine bewährte Taktik in einer solchen Lage (ignorieren, aussitzen) zu keiner Besserung geführt hat, startete ich einen Selbstversuch mit dem Titel "Christina nimmt alle Erkältungsmedikamente und sonstige Produkte die in ihrer Wohnung rumliegen und helfen könnten ein und guckt mal was passiert".


Bonbons: Lecker. Nicht mehr und nicht weniger.

Glenmorangie: Gerade angebrochen. Das Wasser des Lebens kann doch nur gut sein, oder? Alkohol wirkt schließlich desinfizierend. Das sage ich mir auf jeden Fall immer wieder.

Kleenex Balsam: Die besten Taschentücher der Welt.

Nasenspray für Kinder: Kommt mir das nur so vor, oder haben die Produkte für Erwachsene eine absurd hohe Wirstoffkonzentration? Ich beschloss mir bei Schnupfen nicht länger die Nasenscheidewand wegätzen zu lassen.

Lemocin (Lutschtabletten): Schmecken ein bisschen wie Brause, wirken bei mir aber nicht besser als Salbeibonbons. Vielleicht ist meine Halsentzündung aber auch schon zu schwer.

Neo Angin (Lutschtabletten): Ich kann, wenn überhaupt, nur eine leichte Linderung der Halsschmerzen feststellen.

Dobendan Strepsils (Lutschtabletten): Schmecken richtig mies, sind aber das einzige Produkt aus der Apotheke, das ich ohne zu zögern weiterempfehlen würde. Sie enthalten offenbar einen betäubenden Wirkstoff, der Halsschmerzen und Schluckbeschwerden wirklich kurzfristig lindert. Außerdem sollen sie desinfizierend wirken.

Sinupret (Tabletten gegen Nasennebenhöhlenentzündung): Keine Ahnung. Ich habe jedenfalls keine Verschlimmerung der Beschwerden feststellen können.

Nasensspülung mit Salzwasser: Extrem eklige und unangenehme Prozedur, aber lindert deutlich das Druckgefühl. Gute Sache.

Diverse Erkältungstees: Man soll ja viel trinken. Schmecken alle so lala.

Meditonsin (nicht im Bild): 94% Alkohol und ein paar Kräuter. Ich kann keine Wirkung feststellen, aber ich glaube auch nicht an Engel, Geister und transzendente Energiefelder.

Grippostad (nicht im Bild): Paracetamol, Vitamin C und Koffein. Fühle mich deutlich besser, aber eine normale Paracetamol-Tablette in Kombination mit einer Tasse Kaffee und einer Orange ist glaube ich deutlich günstiger.



Und? Was ist passiert? Es geht mir besser. Ein Hoch auf meinen Privatpatienten-Status und eine Krankenversicherung, die auch Quatsch bezahlt! Vermutlich werde ich für diesen Eintrag von diversen Pharmafirmen verklagt. (Sponsort mir ein Taschentücher und Kamillentee-Abo und ich ändere meine Meinung sofort! Meditonsin ist vielleicht doch total super!)